Wie ich den besten Sport der Welt für mich gefunden habe.

Kraftsport? Das ist doch nur was für Proleten! So meine Gedanken noch vor wenigen Jahren. Und jetzt? Trainiere ich bis zu vier Mal in der Woche und habe bereits meinen ersten Wettkampf absolviert. Wie ich zu diesem „Sinneswandel“ gekommen bin, wie mich der Calisthenics-Sport in verschiedensten Lebenslagen bereichert und warum das für mich der beste Sport der Welt ist, werde ich euch in den nächsten Zeilen erklären.

Der Auslöser

Im Winter 2016 musste ich aufgrund einer sehr schweren Knieverletzung durchs Skifahren meine aktive Zeit als Fußballer und Laufsport-Begeisterter beenden und war durch Reha und Physiotherapie an ein Fitnessstudio gebunden. Das Trainieren in einem Studio an Geräten hat mir damals nie richtig Spaß gemacht. Aber ich sah zu der Zeit noch keine Alternative.

Doch dann kam ich durch einen Kommilitonen im Studium das erste Mal mit dem Begriff und dem Sport „Calisthenics“ in Kontakt. Felix, bestens bekannt unter „Flex“, nahm mich spontan mit in sein Training und zeigte mir die Basics. Schnell war das Interesse da. Ich trainierte daraufhin auf eigene Faust weiter und merkte aber schnell, dass das gar nicht so leicht ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Zumal war mein Wissen in Sachen Kraftsport und besonders im Calisthenics-Sport sehr begrenzt. Also fasste ich vor ca. eineinhalb Jahren den Entschluss, mich an einen professionellen Calisthenics Coach zu wenden.

Diese Unterstützung in Form von Online Coaching durch Flex brachte erhebliche Fortschritte mit sich. Besonders die Qualität der Ausführung der einzelnen Übungen steigerte sich immens. Da man durch Calisthenics nicht nur den Oberkörper trainiert, sondern auch den Fokus stark auf die Beine legt, wurde auch mein verletztes Bein immer stärker. Durch geeignete Übungen wurden die richtigen Impulse dafür gesetzt hat. Das merke ich auch besonders jetzt, wenn ich wieder auf Ski stehe, da ich wesentlich stabiler bin als noch vor einem Jahr.

Mein erster Wettkampf

Mitte des Jahres 2019 war es dann soweit. Ich meldete mich für meinen ersten Calisthenics Wettkampf „Calisthenics für Bayern“ an. Dieser fand im Oktober 2019 in München im FT-Club statt und ich trat in der Kategorie „Endurance“. Hier musste man sich in der Vorrunde im eins gegen eins beweisen, in dem man eine bestimmte Übungsfolge am schnellsten absolvierte. Mein Coach Felix passte meinen Trainingsplan auf die Übungen, die in den Runden gemacht werden mussten, an und ich konnte gezielt auf den Wettkampf trainieren. Im Vordergrund standen hier Ring Dips und Chinups, mit jeweils 10 Kg Zusatzgewicht, und eine 30-sekündiger L-Sit hold. Am Anfang der Vorbereitung waren besonders die Ring Dips eine große Herausforderung. Nach wenigen Wochen merkte ich jedoch, dass ich die Übungen aus dem Halbfinale immer besser meistern kann und mein Ehrgeiz und auch meine Zielvorstellung änderten sich. Ich wollte ins Halbfinale kommen.

Der Tag des Wettkampfs war für mich das beste sportliche Erlebnis bisher. Am Vormittag wurden wir kurz gebrieft und es wurden nochmal alle Übungen vorgestellt, damit sie richtig ausgeführt werden. Daraufhin wurden die jeweiligen Gegner ausgelost. Nun war es soweit. Ich trat gegen einen mir unbekannten Athleten an und konnte tatsächlich die Vorrunde für mich entscheiden. Das große Ziel „Halbfinale“ habe ich erreicht und jetzt galt es nur noch, das Maximum aus mir heraus zu holen. Im Halbfinale trat ich gegen einen sehr starken Gegner aus dem Allgäu an, mit dem ich jedoch bis zu den Ring Dips gut mithalten konnte. Die darauffolgenden Übungen lagen ihm wesentlich besser und er konnte das Halbfinale souverän und verdient für sich entscheiden. Bei diesem Wettkampf bin ich definitiv an meine körperlichen Grenzen gestoßen. Eine solche Erfahrung hatte ich bisher noch nie, da man im Calisthenics völlig auf sich allein gestellt ist. Denn in diesem Sport kann dir keiner aushelfen, wenn du einen schlechten Tag hast, oder du nicht fit bist (wie z.B. im Fußball). Das muss man dann schon selbst hinbekommen – und über sich hinauswachsen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich mehr als zufrieden mit meiner Leistung war und kann versprechen: Das war nicht mein letzter Wettkampf!

Die Calisthenics Community

Ein großer Punkt, warum für mich Calisthenics der beste Sport ist, ist die Community, die dahintersteht. Das Mindset und die Einstellung der Sportler und Athleten beeindruckt mich hier immer wieder aufs Neue. Sei es auf Wettkämpfen, wo selbst Anfänger, die noch keine zehn Klimmzüge können angefeuert werden und Konkurrenten, die einem die Platzierung streitig machen könnten, gepusht werden und für die Leistungen gefeiert werden. Oder auch auf Social Media Accounts wo Skills und Leistungen von anderen geteilt und bewundert werden. Diese positive Einstellung macht den Sport für mich einzigartig. Hier gibt es kein Konkurrenzdenken, sondern jeder feuert jeden an und man will maximale Leistungen sehen. Davon können sich viele andere Sportarten etwas abschauen.

Das Calisthenics Magazin

Vor gute zwei Monaten rief mich Flex an und frage: “Hey Andi, hast du bock mit mir das Calisthenics Magazin richtig groß zu machen?“. Die Antwort war relativ schnell gefunden. Ja klar hatte ich Lust! Seitdem bin ich Autor für das Calisthenics Magazin und ich bin stolz drauf die Leidenschaft und Begeisterung für den Sport der Athleten und Sportlern an unsere Leser zu bringen und Teil der wunderbaren Calisthenics Community zu sein. Zudem bereitet es mir viel Freude, dass wir eine Plattform schaffen, auf der sich Sportler und ganze Sportgruppen und Vereine vorstellen können. Immer mit dem Ziel dahinter, den Sport in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz noch größer zu machen.

Das war also mein Weg zum besten Sport der Welt. Ihr werdet in Zukunft noch viel von mir hören, sei es über Blog Artikel oder in den Ausgaben des Magazins. In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß und Erfolg im Training, haut rein!

Sportliche Grüße

Euer Andi